PERSPEKTIVEN-WECHSEL TEIL 4/4 – INSTINKT

Jeder von uns hat eine Aufgabe auf der Erde, und diese kann er erst erfüllen, sobald er sein wahres Ich gefunden hat, sein volles Potenzial ausschöpft und sich nicht mehr für das Potenzial von anderen abstrampelt. Wenn ich von mir ausgehe, weiß ich, dass ich in den letzten Jahren in diesem sogenannten „Hamsterrad“ gefangen war. Ich machte meinen Job gut, aber nicht aus voller Überzeugung. Ich dachte es zwar eine Zeit lang, aber wusste auch, dass ich jederzeit ersetzbar bin – und dieses Gefühl wollte ich nicht bis an mein Lebensende in mir tragen. Man kompensiert dann dieses komische Gefühl, diese schlichte Unvollkommenheit, mit Verabredungen nach der Arbeit oder am Wochenende. Du findest vielleicht auch in deiner Partnerschaft oder in deinem Single-Dasein eine Zeit lang deine Erfüllung, aber auf Dauer kommst du immer wieder an den Punkt, der folgende Fragen aufwirft: Was ist meine Berufung? Warum bin ich hier? Hier gibt es kein gut und schlecht. Richtig oder falsch.

Für manche Menschen reicht das aus – was vollkommen in Ordnung ist, aber für mich kommt dieses Leben einfach nicht mehr in Frage. Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass mindestens 8 von 10 Leuten nicht das machen, auf was sie eigentlich richtig Lust haben oder wo ihr eigentliches Talent gefördert wird und sich entfalten kann. Sätze wie: „Ich muss halt Geld verdienen“ oder „Jetzt bin ich schon so weit gekommen, irgendwann wird es schon noch Spaß machen“ bekomme ich oft zu hören. Ich habe sie selbst eine Zeit lang gesagt. Versteckt man sich aber mit solchen Aussagen nicht eher hinter der eigentlichen Unsicherheit, eigentlich eine andere Richtung einschlagen zu wollen? Wir manipulieren uns nur selbst und sagen: „So, wie ich gerade fahre, ist doch alles ganz okay und sicher. Weiter gehen tun schon so viele andere, und ich müsste ja dann erstmal wieder bei null anfangen. Dafür habe ich keine Zeit. Ich habe mich so an die Arbeit gewöhnt und die Extra-Urlaubstage sind schon ganz nice.“ Da ist sie übrigens wieder, die Angst. Versteckt hinter allen Ausreden und der Fassade der Unbequemlichkeit. Unsere stärkste Emotion und doch ist sie eine Illusion und wurde erst von uns Menschen kreiert.

Und nicht zu vergessen: die Kraft der eigenen Gedanken. Das Gesetz der Anziehungskraft. Positives zieht Positives an, Negatives – Negatives. Du kennst es. Natürlich gibt es auch einige aus meinem Bekanntenkreis, die ihre Berufung bereits gefunden haben und das machen, für das sie geschaffen wurden. Das kann natürlich nicht nur im Beruf sein, sondern auch darin, wie sie ihre Prioritäten für sich selbst und ihr Umfeld setzen.

So gibt es einige meiner Bekannten, die total in ihrer Mutterrolle bzw. Vaterrolle aufblühen und/oder in ihrer Partnerschaft leben und darin ihre komplette Erfüllung gefunden haben. Für einige von ihnen ist Zeit, die sie mit der eigenen Familie verbringen, das Wichtigste, für andere wiederum ist das das Bereisen neuer  Kontinente, darüber zu schreiben und die gewonnenen Eindrücke digital festzuhalten. Worauf ich hinauswill ist Folgendes: Wie man seine Berufung für sich selbst definiert, sein volles Potenzial ausschöpft, bleibt ganz und allein einem selbst überlassen. Hauptsache, man ist am Ende des Tages erfüllt und muss kein Loch befüllen.

Die Musik in deinem Leben liegt in deinem Instinkt!

Für viele Menschen gibt es wohl keine bessere Zeit als jetzt, um den Reset-Button zu drücken und ihrem Instinkt zu folgen. Was ist der Unterschied zwischen Intuition und Instinkt? Intuition ist Instinkt, der durch Gedanken getrübt ist. Wertungen, Einschätzungen, Interpretationen, Meinungen. Die Intuition ist oft der Ort, an dem unsere Angst gespeichert ist. Also wie wäre es, wenn du deinem Instinkt folgen würdest? Vielleicht ist das auch gerade die Zeit, auf die wir alle insgeheim gehofft haben, und wir haben zum ersten Mal die Möglichkeit, wirklich die Geschichte zu schreiben, die die Begabungen jedes Einzelnen von uns ehrt. 

Jedes Leben führt eine glorreiche Symphonie auf. Manche Menschen auf dieser Ebene meinen, in ihrer Symphonie fehlen Instrumente. Ihre Musik wird dann disharmonisch und auch in ihrem Leben gibt es wenig Harmonie. Die ganze Suche nach Selbstwert dient dazu, zu erkennen, dass jeder und jede Einzelne von uns eine Symphonie und kein einzelnes Instrument ist. Wenn du in deinem Leben spürst, dass du Teil einer größeren Musik bist, kannst du noch besser das Lied singen, für das du auf diesen Planeten gekommen bist.

Unsere äußere Kraft ist vergänglich, die innere dagegen ewig. Alle Antworten, nach denen wir suchen, befinden sich bereits in uns selbst. Wir sollten nun lernen ordentlich hinzuschauen. Jeder findet seinen eigenen Weg. Wer diesen wirklich anstrebt, wird unabhängig von der Manipulation durch andere und kann seinem Herzen folgen.

Der Aufbruch in eine neue Welt steht bevor. Wir ändern unsere Werte und erkennen ebenso den Wert eines Menschen als Individuum. Beziehungen, ein bestimmtes Ansehen, eine bestimmte Position im Beruf oder im ach so geliebten Nachtleben – das alles ist auf einmal egal. Wir sind alle gleich. Wir werden für das geliebt, für was und wer wir sind. Und ist es nicht genau das, nach dem wir uns alle eigentlich immer tief in unserem Herzen gesehnt haben?

„Denke selbst nach. Gib deine Macht nicht an andere weiter. Entscheide selbst und entdecke deine eigene Wahrheit. Lass dein Urteilsvermögen nicht durch Angst vernebeln, sodass du nicht selbst denken kannst. Die Transformation von dieser Dimension in die nächste erfordert, dass du frei von Angst bist.“ Dolores Cannon