EIN INTERVIEW MIT DEM HIGHER SELF

Ein Interview mit dem Higher Self – Über Selbstwert, Schuldgefühle und Partnerschaft

 

In meiner letzten QHHT Session habe ich ein sehr interessantes Gespräch über den eigenen Selbstwert mit dem Higher Self meiner Klientin geführt. Ich finde die Nachricht, die das Higher Self so eindrucksvoll vermittelt, für uns alle sehr wichtig und da jede Sitzung aufgezeichnet wird, möchte ich das Gespräch hier – auf meinem Blog – gerne veröffentlichen und mit dir teilen.

Kurz vorweg: In der Sitzung ging es vor allem darum, wie und bei wem wir den eigenen Selbstwert finden, was man tun kann, um nicht in die negative Gedankenspirale zu rutschen und welche Rolle dabei gescheiterte Partnerschaften spielen. Genaue Details lasse ich aus, um die Privatsphäre meiner Klientin zu bewahren. Ich fange direkt mitten im Gespräch an. Viel Spaß beim Lesen!

 

Higher Self:

Menschen an sich, müssen lernen zu verstehen, dass das Aussprechen von Wertschätzung und das Aussprechen, dass man gut genug ist, nicht das ist was man braucht und man alles bereits in sich hat und in sich selbst finden kann. Ansonsten wird einem das immer weiterverfolgen, wenn man nur auf die Bestätigung von außen angewiesen ist.

 

Ich:

Hat das damit zu tun, dass sie auch immer die Beziehungen bei Männern so geführt hat?

 

Higher Self:

Ja, viele Beziehungen haben darauf beruht, dass man nur glücklich ist, wenn man die Bestätigung des anderen bekommt. Also man ist nur glücklich, wenn der andere einem ein gutes Gefühl gibt und das ist falsch. Deshalb sind die Beziehungen gescheitert. Aber man ist nur glücklich, wenn es aus dir herauskommt. Wenn du mit dir selbst glücklich bist, in deinem Inneren. Das gilt es sich immer und immer wieder bewusst zu machen. Gerade dann, wenn die Selbstzweifel wieder hochkommen.

 

Ich:

Aber wie schaffe ich das konkret? Gerade in der heutigen Zeit kommen immer wieder Selbstzweifel hoch.

 

Higher Self:

Selbstzweifel sind okay und zeigen, dass man immer noch an sich arbeitet und das ist ja auch positiv. Dass man auch einfach nicht so völlig überheblich über sich denkt. Aber diese Selbstzweifel dann nicht in negative Gedanken, die einen wirklich traurig machen, umzuwandeln, das ist die Kunst. Sondern an den Selbstzweifeln, zu lernen und zu sagen: Es ist ok, ich arbeite weiter an mir, ich glaube an mich und nichtsdestotrotz habe ich manchmal Phasen, wo ich denke: Ok Mist, es läuft nicht so gut oder: Was ist jetzt schon wieder mit mir? Aber daraus lernt man und davon kann man auch positiv hervorgehen anstatt negativ.

 

Ich:

Ist es richtig zu sagen, dass alle „negativen“ Gefühle, wie Selbstzweifel oder Eifersucht, Energien sind, die man ins Positive umwandeln kann?

 

Higher Self:

Korrekt. Alle negativen Gefühle kann man in positive Gefühle umwandeln, wie z.B. Eifersucht. Du bist eifersüchtig, weil eine Person dir so am Herzen liegt, dass du Verlustängste bekommst. Und wenn du diese Energien in etwas Positives wandelst, dann kannst du daraus wachsen und deine Beziehung stärker werden.

 

Ich:

Wie kann man das Gefühl von Eifersucht in etwas Positives umwandeln? Oft übernimmt einen das Gefühl von Eifersucht und man kann nicht mehr klar denken.

 

Higher Self:

Genau. Wenn man anfängt wütend zu werden und nicht mehr klar zu denken, dann muss man sich einen Schritt zurücknehmen bevor man überreagiert und reflektieren wo das Gefühl herkommt. Oft hat Eifersucht etwas mit Selbstzweifeln zu tun aber oft auch einfach mit dem Gefühl, dass dir diese Person sehr wichtig ist und du panisch wirst bei dem Gedanken die Person vielleicht zu verlieren. Dass etwas auch vielleicht schiefläuft oder die Person jemand anderen kennenlernt oder Sonstiges und genau da muss man überlegen: Ok, ich habe gerade diese Gefühle und es ist nicht schön und deswegen überlege ich mir, wo kommen diese Gefühle her? Kommen sie auf Basis von Selbstzweifel und kann man diese beheben, in dem man sagt: Ich habe doch alles, mir geht es gut und ich bin glücklich mit mir selbst und ich bin gerade eifersüchtig, weil mir diese Person am Herzen liegt. Die beste Lösung ist, nach dem man es geschafft hat einen Schritt von den negativen Emotionen wegzutreten und auch darüber zu kommunizieren und das ist auch ok dem Partner z.B. zu sagen: Du, ich bin eifersüchtig, weil ich gesehen habe, dass du die Person angeguckt hast oder sonst was und darüber gar nicht so negativ zu reden, so wie es sonst halt immer passiert und ich glaube auch, dass da auf der anderen Seite so viel Verständnis kommen kann, weil es ja völlig normal ist und ich mir sicher bin, dass meistens beide Seiten sowas verspüren, aber das in positive Energie umzuwandeln und zu sagen: Ok, ich bin gerade eifersüchtig, weil ich Angst habe dich zu verlieren und weil du mir so sehr am Herzen liegst, dann hat das eine viel schönere Assoziation und man kann daraus auch in einer Beziehung wachsen und nicht einen Streit hervorrufen.

 

Ich:

Aber das geht natürlich nur, wenn du einen Partner hast mit dem du offen darüber reden kannst bzw. du mit ihm/ihr auf einer Wellenlänge bist.

 

Higher Self:

Genau. Kommunikation ist das Wichtigste. Jemand, der deine Sichtweise versteht und dein Empfinden nachfühlen kann. Es ist sehr, sehr wichtig, dass du jemanden hast, der emphatisch ist. Ansonsten funktioniert es nicht aber ich denke, wenn du selbst eine sehr emphatische Person bist, dann zieht man auch emphatische Leute an, mit denen man eine ernste Partnerschaft eingeht.

 

Ich:

Ja, und vor allem einen Partner, der auch daran arbeiten will. Manchmal reicht Empathie alleine einfach nicht aus, oder?

 

Higher Self:

Ja, manchmal reicht es nicht aus. Nicht die Empathie, sondern vor allem die Charakterzüge des Anderen. Wenn auf beiden Seiten viele emotionale Baustellen sind, dann reicht Empathie nicht mehr aus. Da ist dann wirklich irgendwo ein Fehler in der Kommunikation oder in den Energien, dass man nicht zusammenkommen kann.

 

Ich:

Würdest du sagen, dass man ein gesundes Maß an Eigenverantwortung, Selbstreflektion und Arbeit an sich mitbringen sollte in einer Beziehung, um dann weiter daran zu arbeiten?

 

Higher Self:

Ja, weil man dann zusammen an sich weiter arbeitet – an beiden Persönlichkeiten. Das ist viel Arbeit, dass man sich etwas zusammen aufbaut und weiterführt. Aber viel wichtiger ist: Vertraue deinem Inneren. Alles woran man wachsen kann, findet man in sich selbst. Zu viele Menschen sind zu sehr darauf fixiert Bestätigung von außen zu bekommen, aber dafür braucht man niemand anderen. Es ist schön Bestätigung zu erhalten, dass man gut genug ist und Wertschätzung bekommt. Genauso im Joballtag, will man das immer wieder hören aber eigentlich muss man es nicht die ganze Zeit hören. Du findest alles was du dazu brauchst, in dir selbst und alles was du dann noch verbal von anderen hörst, von deinem Partner oder an der Arbeit, ist ein Bonus aber definieret dich nicht.

 

Ich:

Manchmal ist das aber ganz schön schwierig, in uns selbst hineinzuhören, weil wir das gar nicht gewohnt sind.

 

Higher Self:

Richtig. Dort liegt das Problem, dass viele Menschen nicht in sich selbst hineinhören können oder nicht wissen wie. Oft hilft es sich positive Sachen aufzuschreiben. Einfach nur, weil es uns manchmal so schwer fällt all das Gute, das wir in uns tragen, uns vorzustellen. Deswegen kann man sich das aufschreiben und sich bewusstmachen, damit man dazu einen besseren Zugang findet.

 

Ich:

Würdest du sagen, dass man alle diese positiven Aspekte an einem selbst und die Gefühle, auch wenn man sie noch nicht ganz zu 100% selber glaubt oder noch Zweifel hat aufzuschreiben, damit es sich einprägt?

 

Higher Self:

Absolut. Alles was man sich aufschreibt, prägt sich ein. Alles, was du dir selbst laut vorliest oder was du dir jeden Tag bewusst machst, prägt sich ein und irgendwann, genau wie mit den Träumen, dann glaubst du auch daran. Je öfter du dir das bewusst machst, desto mehr glaubst du daran, desto mehr glaubst du auch an dich am Ende des Tages. Darüber hinaus brauchst du weniger die Bestätigung von anderen.

 

Ich:

Viele Menschen sind jedoch so sehr geprägt von ihren Traumata und ihrer Vergangenheit oder Kindheitserinnerungen, dass sie das gar nicht loslassen können.

 

Higher Self:

Ja, weil wir auch Angst haben den Zugang zu uns selbst zu finden und Menschen Angst haben in sich hinein zu hören. Wenn man in sich kehrt, kommen nicht nur gute Sachen hervor. Im Endeffekt gehen natürlich immer gute Sachen hervor aber du wirst auch an Situationen erinnert, in denen es dir nicht gut ging. Aber genau das ist wichtig. Sich bewusst zu werden, dass man daraus lernen kann und ich glaube einfach manchmal, dass die Menschen viel zu viel Angst haben, in sich zu hören. Wir können alle in uns hören. Jeder kann in sich hören aber die Menschen haben zu viel Angst und suchen deswegen die Bestätigung von außen.

Aber das reicht uns nicht, denn wenn wir Selbstbestätigung von innen finden, dann werden wir viel glücklicher. Wir übergehen emotionale Wunden und schlechte Situationen und das schmerzt für einen Moment aber wir kommen stärker aus der Situation hervor.

 

Ich:

Ich habe mich in der Vergangenheit oft gewundert, warum die Emotionen z.B. in Beziehungen doppelt und dreifach hochkommen. Würdest du daher sagen, was man nicht bearbeitet, holt einen irgendwann ein?

 

Higher Self:

Genauso ist es. Und deswegen können wir dann auch nicht mit anderen Leuten sein, also eine ernste Partnerschaft eingehen, wenn wir nicht in uns selbst gehört und unsere eigenen Bedürfnisse zuerst gestillt haben. Genau dann versuchen wir diese Bedürfnisse durch den Partner zu stillen und das ist falsch.

 

Ich:

Als kleines Kind lernt man bestimmte Glaubenssätze, die man unbewusst mit in die Gegenwart nimmt. Wenn man z.B. den Glaubenssatz hat: „Ich bin nicht gut genug“ und dieser in einer Partnerschaft hochkommt, was würdest du raten, wie man damit am besten umgehen kann?

 

Higher Self:

Du hast zwar die Glaubenssätze von früher, die einen runterziehen, die einen stark beeinflusst haben aber genauso hast du auch Glaubenssätze, die du jetzt entwickelst. So wie du diese Kindheitsglaubenssätze in Erinnerung rufst, kannst du dir in Erinnerung rufen: „ Ich bin so gut genug wie ich gerade bin und ich bin für jeden anderen gut genug, weil ich für mich selbst gut genug bin.“ Und wenn du so einen Gegensatz findest, zu diesem einen Glaubenssatz, der einen immer runtergezogen hat, dann kannst du ihn irgendwann aufheben. Indem du ihn dir immer wieder bewusst machst und dir auch diese Gegenüberstellung aufschreibst, die dann irgendwann mit der Zeit diesen Glaubenssatz auflöst und in einen Positiven umwandeln kann.

 

Ich:

Für uns Menschen ist es aber eh sehr schwierig an der Vergangenheit loszulassen, oder? Dabei sollten wir das lernen.

 

Higher Self:

Total. Unsere Vergangenheit beeinflusst uns immer wieder. Aber wie du schon sagst, wir müssen ein Stück davon loslassen, um weiter zu wachsen und was uns passiert ist, in positive Energien umzuwandeln.

 

Ich:

Und das können wir, in dem wir in uns hineinhören?

 

Higher Self:

Korrekt, das ist das allerwichtigste. In sich hineinzuhören und zu verstehen, wer man ist. Erst dadurch kann die eigene Wertschätzung erfolgen.

 

Ich:

Anhaltende Schuldgefühle spielen beim Thema Loslassen und der eigenen Wertschätzung oftmals eine große Rolle. Was kannst du uns da für einen Ratschlag geben?

 

Higher Self:

Es ist vollkommen ok, solche Gefühle zu haben und man kann auch über sie hinauswachsen. Schuldgefühle sind Gefühle die entstehen, weil du noch irgendwo an etwas festhältst und du hast noch etwas nicht ganz für dich selbst gelöst. Das heißt man sollte genau an diesem Punkt noch mal ansetzen und überlegen: Was habe ich noch nicht für mich gelöst, dass ich da immer noch Schuld empfinde? Sich Schuld zuzuschreiben ist eine Eigenschaft, die sich viele Menschen aus einer sehr verzweifelten Situation hinausmachen. Sie denken oftmals: Ich bin schuld. Aber erstmal muss man sich fragen: Bin ich das wirklich? Oder welche Faktoren spielen eine Rolle und wie kann ich dieses Gefühl auflösen? Vor allem Situationen, die aus der Vergangenheit ein Schuldgefühl erzeugen, die kannst du heute wieder lösen. Die Vergangenheit, ist die Vergangenheit und du lebst im Jetzt. Du musst dich auch darauf berufen: Was ist da passiert? Wie kann ich diesen Knoten für mich lösen, dass ich keine Schuld mehr empfinde?

 

Ich:

Auch wenn ich einem Menschen seelisch oder körperlich sehr weh getan habe oder das Gefühl habe, ich hätte – egal in welcher Situation– mehr machen können?

 

Higher Self:

Jeder Mensch trägt Schuldgefühle in sich für Situationen, in denen man sich falsch verhalten hat. Das ist okay. Wir sind nicht alle perfekt und jeder Mensch reagiert anders in verschiedenen Situationen. Man muss sich darauf zurückberufen und sich bewusstwerden: Ich habe in dieser Situation falsch reagiert oder vielleicht hätte ich anders sein sollen. Dies anzuerkennen, ist der erste Schritt um zu sagen: Ich wollte das nicht, ich hätte anders reagieren sollen und in Zukunft werde ich anders handeln in solchen Situationen. So löst du diesen Knoten und kannst du von den negativen Gefühlen loslassen. Der Mensch hält an so vielen Schuldgefühlen fest, die einen runterziehen aber das braucht man nicht. Wenn man weiß, dass man sich zukünftig geändert hat oder zukünftig anders reagieren kann, dann ist es genau das, weshalb man loslassen kann.

 

Ich:

Manchmal denken wir allerdings, dass wir eine Person so verletzt haben, dass sie emotional für immer gebrochen ist.

 

Higher Self:

Das stimmt aber nicht. Der Mensch selbst, bricht niemanden vollkommen. Sondern man hat mal falsch gehandelt, genauso wie jeder das macht und das ist auch ok und die andere Person kann vergeben, genauso wie man selbst vergibt. Sobald dieser Knoten gelöst ist, erkennt man: Ich reagiere in der nächsten Situation anders. Und die Person auf der anderen Seite, wird auch genau das spüren.

 

Ich:

Was würdest du den Menschen sonst noch mitgeben, um ein einfacheres Leben zu führen?

 

Higher Self:

Die Menschen würden ein viel einfacheres Leben führen, wenn sie sich nicht immer wieder von Selbstzweifeln runterziehen lassen würden. Wir sind so oft auf der Suche nach so viel. Nach Bestätigung, nach Wertschätzung im Job, nach einem Partner…dabei finden wir so viel in uns selbst und das müssen wir uns öfters klarmachen. Deswegen kann so ein persönlicher Rückzugsort, der auch im Kopf sein kann, einen gravierenden Unterschied machen, die die Menschen oftmals gar nicht verstehen. Wir versuchen immer so viel hin und herzurennen und so viel uns selber zu erfüllen. Wir erfüllen uns so viel mit den falschen Sachen. Mit dem Kauf von Sachen, Schönheitsartikel und das noch schöner und besser und so weiter. Aber das ist alles so hinfällig, wenn wir in uns hineinhören und auf das hören, was wir wollen und was uns vollkommen macht und was unsere eigenen, persönlichen Eigenschäften, unsere eigenen Stärken und Schwächen sind. Wenn wir uns das bewusstmachen würden, dann wäre jeder Mensch so viel glücklicher.

 

Ich:

Wir haben es nur nie gelernt oder betrachten es als nicht real.

 

Higher Self:

Genau da liegt das Problem. Wir leben in so einer schnelllebigen Zeit und Gesellschaft, vor allem unsere Generation die so viel will und nach so viel strebt. Der Mensch vergisst am Ende des Tages, dass alles was er hat, nur in sich selbst ist. Warum hören wir dann nicht auf das was wir wollen? Warum hören wir so viel auf was die Gesellschaft sagt? Warum hört der Mensch auf das, was die Generation sagt und was Quatsch ist und was nicht Quatsch ist? Das ist das große Problem. Aber ich glaube, dass immer mehr Menschen zu sich selbst finden und jeder zu sich selbst finden kann.

 

Ich:

Die Zeit läuft uns davon. Ich bedanke mich für deine Hilfe und für deine Worte.